Der Bundestagwahlbog 2017 #1 – Die Ruhe ohne Sturm

Blog, Deutschland, Politik

Die anstehende Bundestagswahl scheint schon entschieden, es verhält sich ein wenig wie mit den letzten Tagen der Bundesliga. Der Sieger steht fest, die unteren Ränge haben zu bangen. Während Merkel anscheinend nicht von ihrem eisernen Thron zu stürzen ist, an dem sich Martin Schulz die vergangenen Monate die Zähne ausbeißt, ist die AfD damit beschäftigt sich selbst zu zerfleischen. Die Grünen sind auf der Suche nach einem Fünkchen Umweltpolitik, während die Linken wieder erfolgreich daran arbeiten in der Opposition zu bleiben. Bei der FDP erhebt sich die rhetorische Lichtgestalt des Christian Lindner, der mit seinen Wahlplakaten Gefahr läuft als Lobbyist für H&M abgestempelt zu werden.

Seit vergangenen Duell sucht die Medienlandschaft jetzt nach einem Wahlkampf, der gemeine Deutsche ist hingegen recht froh, dass hier keine amerikanischen Verhältnisse herrschen – das wäre ja unkultiviert. Zu Guttenberg feiert sein Comeback bei Anne Will, Thomas Gottschalk nutzt ebenfalls die Gelegenheit. Alles scheint recht eindeutig, wären da nicht diese Unentschlossenen! So biegt sich dann jeder das Kanzlerduell zurecht wie er gerade brauch – die SPD mit Schulz bleibt bürgernah und besser als erwartet, die Union und Merkel sind überzeugender und glaubhafter. Paradox, aber die repräsentative Umfrage mit knapp 1000 Menschen muss Recht haben. Wo kämen wir denn sonst in Deutschland hin – so ganz ohne Glaubwürdigkeitsmesswerte.

Unsicher sind sich allerdings noch einige. Die meisten wollen schon aus Gewohnheit ihr Kreuz an oberster Stelle des Wahlzettels machen, das hat die letzten Jahre ja ohne größere Ausschreitungen funktioniert. Es lohnt sich allerdings trotzdem einen Blick auf die zukünftigen Pläne der verschiedenen Parteien zu werfen, auf ihre Spitzenkandidaten und vor allem auch auf ihre bereits vergangenen politischen Karrieren. Das soll hier im Vorfeld der Bundestagswahlen geschehen – jedoch nicht nur im stupiden Abgleich von Wahlprogrammen, sondern eben unter jenen Aspekten, die ein breiteres Bild von Partei und Personen zeichnen und vielleicht zu einer Entscheidung verhelfen können.

Titelbild: Markus Spiske CC-BY

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